Tag „X“ nach dem Schottischen Referendum

Am 01. Oktober 2014 fand unsere Debatte über das schottische Referendum im Café Canapé in Halberstadt statt. Wir danken unserem Gast Herrn Professor Niedstadek von der Hochschule Harz, der bereits auf Legal Tribune online einen Artikel über die rechtlichen Dimensionen einer möglichen Unabhängigkeit veröffentlcht hat, sowie den vielen Interessierten und den JEFern Sachsen-Anhalts, die sich an der Diskussionsrunde beteiligt haben.

Schottland hat abgestimmt: 1.914.187 Schotten stimmten laut der aktuellen Hochrechnung für Nein, 1.539.920 für Ja. Damit haben 55,4% der Wahlberechtigten für den Verbleib im Königreich gestimmt.

Alex Salmond der Anführer des Yes Scotland -Lagers hat die Niederlage anerkannt, aber bereits erklärt, dass man nicht einfach zur Tagesordnung zurück könne.
https://twitter.com/AlexSalmond

Die britische Regierung hat eine „signifikante Stellungnahme“ von David Cameron angekündigt. Er soll über die Dezentralisierung von UK sprechen. Das klingt alles nach mehr Föderalismus.
https://twitter.com/BBCJLandale

Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien

Eine grundlegende Debatte über den Staatsaufbau wird erwartet. Bisher hat Großbritannien keine Verfassung und einiges soll geändert werden. Alle großen Parteien in England haben den Schotten mehr Autonomie versprochen. Es wird erwartet, dass Wales und Nordirland auch Zugeständnisse gemacht werden. Damit bliebe England die einzige Region im UK, die kein eigenes Parlament besitzt und von Westminister aus zentral regiert wird.
Offen bleibt auch die Frage, ob Großbritannien die Geschehnisse reflektiert und die Argumente der Better Together – Kampagne auch auf das Verhältnis zur EU anwendet.

Die Auswirkungen auf andere Regionen Europas bleiben ungewiss. In Spanien werden die Katalanen im November über ihre Unabhägigkeit abstimmen. In Flandern wollen die flämischen Belgier den Staat zu einer Konföderation umbauen und beanspruchen mehr Autonomie.